01.04.19 – Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V.

Vergangene Woche hat der DBfK eine neue Informationsbroschüre mit dem Titel “Achtung – Risiko!” veröffentlicht.

In der 20-seitigen Broschüre werden ausgehend von einem aktuellen Gerichtsbeschluss und mehreren Paragraphen des Grundgesetzes die Themen Gefährdungsanzeige, CIRS und Whistleblowing vorgestellt und der Kerninhalt beschrieben.

Die Gefährdungsanzeige

Der DBfK betont in seiner Einleitung, dass Begriffe wie “Überlastungsanzeige”, “Gefahrenanzeige”, “Gefährdungsanzeige” oder auch “Entlastungsanzeige” häufig synonym verwendet werden. Der Berufsverband empfiehlt die einheitliche Verwendung des Begriffes “Gefährdungsanzeige”.

Den professionell Pflegenden werden anschließend mehrere Rechtsgrundlagen für eine Gefährdungsanzeige vorgestellt sowie ein konkretes Beispiel aufgeführt. Die Broschüre dient hier als Information und Handlungshilfe (vgl. S. 3-9).

Die wichtigsten Punkte beschreibt der Verband wie folgt:

  • Eine Gefährdungsanzeige ist immer subjektiv
  • Eine Gefährdungsanzeige ist nicht nur das Recht eines jeden Beschäftigten, sondern basiert auch auf einer Arbeitnehmerpflicht
  • Arbeitgeber müssen einer Anzeige nachgehen (vgl. S. 6)

CIRS

Das “Critical Incident Reporting System” ist ein anonymisiertes Meldesystem für sicherheitsrelevante Vorkommnisse im Gesundheitswesen. Es ist interprofessionell angelegt und ist bundesweit bereits in vielen Kliniken und Einrichtungen etabliert.

Der DBfK beschreibt dieses Modul als sehr hilfreich, meint aber auch, dass den Meldungen aber in den meisten Fällen noch viel zu wenig Handlung folgt. Dies müsse sich dringend ändern (vgl. S. 10-12).

Whistleblowing

Das Enthüllen oder auch Öffentlich-machen von verborgenen, betriebsinternen Informationen, die für die Öffentlichkeit von Bedeutung sind, wird international als ‘Whistleblowing’ beschrieben.

Auch in der Pflege bzw. dem Gesundheitswesen wurden in der letzten Dekade immer wieder Fälle über diese Art und Weise nach außen getragen.

Wollen Pflegende auf ein Problem in ihrer Einrichtung aufmerksam machen und sehen nur noch das ‘Whistleblowing’ als zur Verfügung stehende Methode, so empfiehlt der DBfK basierend auf dem Whistleblower-Netzwerk folgende fünf Punkte:

  • Planvoll vorgehen
  • Respekt bewahren
  • Sauber dokumentieren
  • Unterstützung suchen
  • Angriffspunkte vermeiden (vgl. S. 14)

Zur Broschüre (Download ist gratis)

Quelle: Zugriff am 01.04.2019, 12:30 Uhr
https://www.dbfk.de/de/presse/meldungen/2019/broschuere-achtung-risiko.php

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1 Kommentar

Tobias Limmer · 01/04/2019 um 13:22

Finde das Beispiel in der Broschüre top, bei uns sieht es in der Praxis ganz anders aus. Danke für den Hinweis! 🙂

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